Das meiste war wild
Ein gesammeltes Frühstück — die zwanzig in der Schüssel, was sie sind, und die Aufzeichnung, die es mit ihr zu machen lohnt
Der Salat kam zum Frühstück auf den Tisch, nach den Arbeiten, als das Haus noch kühl war.
Das meiste davon hatte am Tag zuvor noch am Hang gestanden.
Zwanzig Sorten, mehr oder weniger. Ein paar aus den Beeten. Der Rest gesammelt.
Die Frau, die diese Woche hier ist, kennt die Pflanzen — welche, wo, wann, was man nimmt und was man stehen lässt.
Mehr als vierzigtausend Menschen folgen ihrem Kanal.
Vielleicht fünf davon hätte ich selbst benennen können. Den Rest hat sie benannt, und wofür jede gut ist, und die Hälfte habe ich schon wieder vergessen.
Also habe ich sie aufgeschrieben. Das war in der Schüssel:
Achillea millefolium — Schafgarbe,
Aegopodium podagraria — Giersch,
Amaranthus cruentus — Roter Amarant,
Anethum graveolens — Dill,
Anthriscus sylvestris — Wiesen-Kerbel,
Borago officinalis — Borretsch,
Brassica oleracea — Grünkohl,
Brassica rapa subsp. nipposinica — Mizuna,
Chenopodium album — Weißer Gänsefuß,
Cirsium oleraceum — Kohldistel,
Eruca sativa — Rucola,
Foeniculum vulgare — Fenchel,
Galium aparine — Kletten-Labkraut,
Plantago lanceolata — Spitzwegerich,
Plantago major — Breitwegerich,
Polygonum aviculare — Vogelknöterich,
Rumex acetosa — Sauerampfer,
Spinacia oleracea — Spinat,
Stellaria media — Vogelmiere,
Taraxacum — Löwenzahn,
Trifolium pratense — Rotklee.
Ein paar kamen aus den Beeten. Das meiste kam vom Hang.
Manches in der Schüssel war Nahrung. Manches war älter als Nahrung.
Die Schafgarbe stillt Blut. Die Leute auf dem Land nannten sie das Blutkraut, lange bevor jemand den Grund aufschrieb — und der Grund stimmte.
Der Wegerich — das flache Blatt am Rand jedes Weges — ist das, was man auf eine Wunde legt. Es gibt hier eine Geschichte von einer Frau, die das verstand und es ihrem Dorf erzählte, und das Dorf hat es nie wieder verlernt.
Der Sauerampfer trägt das Saure, und das Saure ist es, was den Winter brach. Die erste grüne Suppe des Frühjahrs war Medizin, bevor sie ein Rezept war — gegessen, wenn der Keller leer war und der Körper zu lange ohne etwas Lebendiges geblieben war.
Die bitteren, der Löwenzahn darunter, waren für das langsame Erwachen des Körpers nach der Kälte.
Und eine von ihnen hat die Menschen durch die Hungerjahre gebracht, als es nichts anderes gab, und sie war nahrhaft genug, um sie am Leben zu halten. Die nehme ich nicht leicht.
Das hier ist keine Wiederbelebung. Es ist nie weggegangen, also gab es nichts wiederzubeleben.
In diesen Bergen gilt die Wende des Juni als die Zeit, in der die Kräuter am stärksten sind — gepflückt in voller Blüte oder in der kurzen Mittsommernacht, wenn der alte Glaube die Heilkraft am höchsten ansetzt. Die jungen Frauen sammeln sie für die Kränze. Die, die sich auskennen, sammeln dieselben Pflanzen, um sie für die Medizin des Jahres zu trocknen.
Ich kam in dieses Fenster, ohne zu wissen, dass es eines war.
Etwas davon teilt sie schon — dafür ist der Kanal da. Aber ein Feed ist verstreut, hinaus an Fremde, in Bruchstücken.
Was nirgends aufgeschrieben ist, ist das Ganze an einem Ort, in ihren Worten — die Namen, die Jahreszeiten, das Aufbewahren. Der Teil, der nur ihr gehört und in diesem Tal noch niemandem weitergegeben wurde, geht mit ihr, wenn sie geht.
Daraus ließe sich etwas machen, das es wert ist. Keine Studie über sie. Eine Aufzeichnung mit ihr — was sie sammelt, wann, wie sie es über seine kurze Woche hinaus bewahrt — ihr genauso wie mir.
Die kleinste Form wäre ein einziger Gang. Sie redet, ich höre zu und schreibe mit. Eine Pflanze richtig gemacht, vom Hang bis zum Trocknen. War dieser Morgen gut, kommt vielleicht mehr davon. Wenn nicht, war es trotzdem ein guter Morgen.
Es war das Erfrischendste, was ich seit Tagen gegessen habe. Ich glaube inzwischen, es lag an mehr als an der Kühle des Morgens.
Sie weiß, was zu sammeln ist und wie man es bewahrt.
Day 8 — Kompostieren — Soil and Peace
Verkhovyna, Carpathian Mountains, Ukraine
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