Die Brücke
Ein Tisch an seinen Platz nach Einbruch der Dunkelheit, mit den Nachbarn; der lange Weg hinunter in die Stadt; ein Hund mit blauen Augen bis zur Brücke; und ein Mann, über den Fluss heimgebracht, ein Fremder nur für mich.
Der zweite Tisch ließ sich nicht bewegen. Nicht zu zweit, nicht ohne ihn auseinanderzunehmen.
Der erste war früher hinübergegangen, bei Tageslicht. Bis wir den zweiten aufgaben, war es dunkel geworden.
Dann, oben am Hang, ein Pferdewagen — Nachbarn auf dem Heimweg. Sie hielten an. Alle fassten mit an, und der Tisch ging das letzte Stück, dorthin, wo er jetzt steht. Bis zum Ende der Nacht war er an seinem Platz, und alles ist bereit für die ersten Gäste.
Den Berg hinunter um Viertel vor sieben, anderthalb Stunden zu Fuß in die Stadt, wo ich die nächsten Tage verbringe — Leute treffen, helfen, wo ich kann.
Nahe der Brücke schloss sich mir ein Hund an. Hellblaue Augen, der Schwanz die ganze Zeit in Bewegung. Er lief hinter mir, dann vor mir — so, wie ein Hund einen Fremden durch sein Revier geleitet. Einmal sah ich mich um, und er war fort — über einen Steg, zu einer alten Frau auf der anderen Seite.
Am frühen Nachmittag ging ich los, um Vorräte zu holen, wieder über den Fluss. Vor mir eine Reihe Polizisten, der Verkehr stand.
Das Herz zuerst, der Kopf hinterher. Männer werden hier eingezogen, zwanzig bis sechzig. Ich bin vierundsechzig und Ausländer — mich betrifft das nicht. Der Kopf wusste das. Das Herz war schon losgerannt.
Dann das Knien. Frauen am Straßenrand gingen zu Boden. Der Verkehr hielt. Die Polizisten knieten. Es galt nicht uns.
Ein Mann kam heim. Vielleicht dreißig Autos hinter ihm, ein Krankenwagen als drittes in der Reihe, alles langsam an den gesenkten Köpfen vorbei. An jedem Auto zwei Fahnen — Blau-Gelb auf der einen Seite, Rot über Schwarz auf der anderen.
Rot für das Blut, Schwarz für die Erde, auf die es fällt.
Ich kannte ihn nicht. Alle anderen auf dieser Straße schon.
Ein Fremder hat in einem solchen Augenblick nur eines zu geben — anzuhalten, dazustehen und es vorüberziehen zu lassen. Das gab ich.
Die Tränen kamen von selbst.
Der zweite in vier Tagen.
Nur für mich war er ein Fremder.
Tag 9 — Kompostieren — Soil and Peace
Verkhovyna, Carpathian Mountains, Ukraine
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