Die Quelle
Noch ein paar Tage im Tal — und das Wasser am Rand der Stadt.
Verkhovyna sollte ein paar Tage sein. Ich wollte weiter — zurück dorthin, wo der Klang der Kuhglocke von der hohen Weide herunterträgt.
Aus diesem Morgen werden noch ein paar Morgen, noch ein paar Tage.
Helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Mein Gastgeber unterrichtet; wir sitzen zusammen und sprechen die Arbeit durch — was sie hier sein könnte, wohin sie gehen könnte. Nichts entschieden.
Am Rand der Stadt kommt das Wasser direkt aus dem Berg. Mein Gastgeber und ich sind hinauf zur Quelle gegangen, Flaschen in der Hand. Wasser für den nächsten Tag oder zwei.
Die Glocken kommen von der Polonyna herunter — der hohen Sommerweide, die Herde den Sommer über dort oben, ein Feuer, das die ganze Saison gehalten wird und nicht ausgehen darf.
Der Name bedeutet das Hochland. Hier beginnt das Wasser.
Mittsommer hier ist alt. Feuer auf den Höhen, Kränze aufs Wasser gesetzt — Kupala, die Zeit, in der ich angekommen bin.
Das ist nicht nur eine Stadt.
Und die Frage, die wiederkehrt: was wird aus einem Ort wie diesem, wenn das Land erst in der Union ist?
Day 10 — Räumen — Soil and Peace
Verkhovyna, Carpathian Mountains, Ukraine
© 2026 Michel Garand | Soil and Peace | CC BY-SA 4.0
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